Altay Tuz Members Only

Altay Tuz

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Seit 1961 lassen sich Einwanderer aus der Türkei in Deutschland nieder. Die erste Gruppe die auf Einladung der Bundesregierung zusammen mit den anderen Gastarbeitern aus Südeuropa einwanderte, sollte das vom Krieg zerrüttete Land, das seine Menschen und Städte verloren hatte, wieder aufbauen. Einwanderer aus der Türkei haben einen guten Teil der 62 Jahre, die sie in Deutschland leben als Gäste verbracht, nur dass ihnen nicht allzu viele öffentliche Räume zur Verfügung standen. Folglich bauten sie mit ihren Händen nicht nur unsere Städte wieder auf, sondern auch ihre eigenen Rückzugsorte.
Ein Immigrant zu sein ist eine Erfahrung, die ebenso schwer zu beschreiben wie zu ertragen ist. Zwischen denjenigen, die diesen Status laut und stolz tragen und denen, die sich schweigend hinter den Schatten der Gesellschaft verstecken gibt es Millionen von Menschen, die einzigartig erleben ein Einwanderer zu sein. In einem Spektrum von Kulturen, Überzeugungen, Farben, Sprachen und Orte. Altay Tuz richtet seine Kamera auf jene Orte, an denen das Immigrant sein in seiner exponiertesten und doch privatesten Form dargestellt wird; in öffentlichen Räumen die ebenfalls nur Mitgliedern vorbehalten sind. Beim Betreten dieser provisorischen Heimat findet der Gast ein Mosaik aus Erinnerungsstücken vor, die die Überbleibsel kostbarer Erinnerungen an die Vergangenheit und einer erschaffenen Realität sind. Egal wie sie zusammengesetzt sind, geben sie vielen ein zweites Zuhause. Die Bilder von Tuz ziehen die schweren Vorhänge auf und beseitigen die verschwommenen Gläser, hinter denen sich diese Orte dem Auge eines Außenseiters entziehen. Sie gewähren uns einen Einblick, eine Momentaufnahme unsichtbarer Schichten des kulturellen Gewebes von Einwanderern. Wenn Tuz die Schwelle überschreitet, fängt seine Kamera die wahre Natur dieser intakten Zeitkapseln ein, diese Sicherheitszonen, Räume, in denen Bedauern und Ausgrenzung außen vorgelassen werden. Der Künstler hat den Zeitgeist eines nicht existierenden Landes, das so viele beheimatet, in einer verworrenen Zeit gesammelt, die eine Erinnerung an die Gegenwart ist. Altay Tuz der selbst fern seiner Heimat lebt, versuchte in vielen Schritten sich der Thematik anzunähern. Dabei deckt er ein nicht existierendes Land auf, welches doch für unzählige eine Zuflucht darstellt, die zwischen mehreren Welten leben. Diese Bilder nehmen den Betrachter auf eine Zeit- und Raumreise mit, während sie das vielleicht offensichtlichste, aber dennoch ignorierte Bedürfnis der Einwanderer dokumentieren: Einen sicheren Ort zu haben, den sie zuhause nennen können, in Form ihres Ideals. Gurbet: Ein von der Heimat weit entfernter Ort, meist ein fremdes Land. Der Zustand oder das Gefühl, ein Fremder zu sein und/oder die Sehnsucht nach der Heimat.
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Altay Tuz
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