
Julia Knop
Passanten, Spaldingstraße 2018
Die Fotografin Julia Knop hat die Spaldingstraße in Hamburg zu ihrem Motiv gemacht – einen unscheinbaren, gesichtslosen Ort ohne besondere ästhetische Qualität. Statt die Umgebung zu dokumentieren, fokussierte sie sich auf die Menschen: Sie hielt Passanten an und portraitierte sie, nahm sie aus dem Strom der Bewegung heraus. Die entstandenen Portraits zeigen eine überraschende Ruhe und Intensität, die an diesem funktionalen Durchgangsort besonders bemerkenswert wirken.
Das Faszinosum einer ästhetischen Qualität, und mag sie auch negativ konnotiert sein, können aufmerksame BeobachterInnen gerade an Orten finden, die keiner besonderen Planung unterliegen, die einfach nur so sind, wie es ihnen die zugrundeliegenden Funktionen abverlangen. Die Spaldingstrasse ist ein solcher Ort und JULIA KNOP eine aufmerksame Beobachterin. Im Vergleich zu Hamburgs staunenswerter Pracht kann die Spaldingstraße zu Recht als Unort bezeichnet werden, gesichtslos, wie eine Einfallsstraße in Bielefeld. Hier hat die Fotografin nicht nur die Architektur der Straße gezeigt, sondern auch Passanten angesprochen und portraitiert – natürlich ist die Auswahl höchst subjektiv. Die normalerweise vorbeiziehenden Fremden wurden angehalten, dem Strom der Bewegung entzogen und es ergibt sich die Möglichkeit, den Menschen im Bild zu begegnen. Die Portraits strahlen eine Ruhe und Intensität aus, die an diesem Ort besonders überraschend erscheint.






