Schneebedeckte Aufschüttung auf dem brachliegenden Gelände des ehemaligen Güterbahnhofs in Hamburg-Wilhelmsburg. Das tiefe Winterlicht zeichnet die Struktur der Halde und betont die Leere des ungenutzten Areals. Aufnahme von 2021, Teil der Serie „Zwischen Elben“, die Übergangsräume und Transformationsprozesse auf der Elbinsel dokumentiert.

Kate Kuklinski

Zwischen Elben

53° 29‘ 42“ N, 10° 0‘ 40“ O. Zwischen Elben untersucht die Transformation Wilhelmsburgs, eines Stadtteils, der seit Jahrzehnten von industrieller Nutzung, Migration, sozialer Segregation und städtebaulicher Aufwertung geprägt ist. Nur wenige Stadtteile haben sich so stark gewandelt wie die Insel zwischen Norder- und Süderelbe.
Von den Milchbauern der frühen Siedlungszeit über die Arbeiter der Industrialisierung bis zur Sturmflut von ‘62 trägt Wilhelmsburg viele historische Schichten. Die Ankunft der Gastarbeiter:innen prägte das Viertel weiter, die ein Viertel, das die Stadt fast aufgegeben hatte, neu belebten. Heute ist Wilhelmsburg ein Ort der unfreiwilligen Außenseiter, die über Jahrzehnte an den Rand gedrängt wurden, und der Freiwilligen, die Freiräume suchen. Beide prägen denselben Raum; ihre Lebensrealitäten kollidieren oder überlagern sich. Diese Spannungen zeigen sich in einem Stadtbild, in dem Aufwertung, Verdrängung, Armut, sozialer Aufstieg und kulturelle Vielfalt gleichzeitig sichtbar werden. Im Fokus der Serie stehen Randzonen, Brachen, Zwischenareale, Baulücken, Fassadenfragmente und andere Übergangsräume. Orte, die von Vergangenem erzählen, verschwinden oder neu entstehen. Sie zeigen frühe Verschiebungen im Stadtraum und Relikte migrantischer und arbeitender Lebenswelten, die trotz Verdrängung weiterwirken. Zwischen Elben versteht Wilhelmsburg als vielschichtiges Gefüge und nutzt Fotografie, um jene Brüche und Übergänge sichtbar zu machen, an denen sich die Zukunft des Stadtteils formt.
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Kate Kuklinski
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