Martin Kunze

Bunker

Als Fotograf ging ich jahrelang im Hochbunker an der Feldstrasse ein und aus, weil dort mit PPS ein Profi-Fotogeschäft mit Labor, Galerie + Fotobuchladen war. Von 2006-2013 begleitete ich die Transformation des Hochbunkers in Wilhelmsburg zum Energiebunker für die Internationale Bauausstellung Hamburg. 2024 verwandelte sich der Hochbunker Heiligengeistfeld als „Grüner Bunker“ dann zur Touristenattraktion. Dies waren die Anlässe, das Thema der Bunker in Hamburg als Projekt aufzugreifen.
Mehr als 1000 Bunker gab es zum Ende des 2. Weltkrieges in Hamburg, von denen heute noch circa 100 Exemplare unterschiedlicher Bauart existieren. Hochbunker, Rundturm Bunker mit Spitzdach (sog. Zombeck-Türme, benannt nach dem Konstrukteur Paul Zombeck), Tief- oder Röhrenbunker prägen weiter das Stadtbild. Überwiegend sind diese Schutzräume in den 1940 Jahren während des Luftkriegs errichtet worden, einige wenige kamen in den 60er/70er Jahren dazu. Doch mit dem Ende des Kalten Krieges wurden sukzessive alle Bunker einer neuen Nutzung zugeführt. Die lichtlosen Rettungsräume wurden als Lagerräume benutzt, zu Kunst- und Musikbunkern umgebaut, an geeigneten Standorten sind sie in Wohnraum transformiert worden, aber manche stehen weiterhin leer. In den letzten Jahren entwickelten sich dann die spektakulären Umbauten wie beim Energiebunker Wilhelmsburg, der das umliegende Quartier mit nachhaltiger Energie versorgt, oder zum „Grünen Bunker“ mit seiner äußeren Zugangsspirale und der bewaldeten Dachpyramide, in der ein Hotel, Gastrobetriebe und eine Mehrzweckhalle für Sport und Konzerte eingenistet sind. Eine fotografische Dokumentation der vorhandenen Bunker beschäftigt sich einerseits mit den architektonisch-historischen Bauten, die teilweise unter Denkmalschutz stehen, mir ihrer Monumentalität und der ursprünglichen Nutzung, andererseits mit den vielfältigen Verwandlungen im Lauf ihrer langen Geschichte. Wohnungen, Penthäuser, Kletterwände, Lagerhallen, Museum, Werkstätten, Kulturräume und verschiedene kommerzielle Nutzungen haben den militaristischen Zweck der Architektur mittlerweile fast vergessen lassen.
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Martin Kunze
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