Oliver Heissner

City Nord

Mit der Planung der City Nord Ende der 1950er Jahre unter Oberbaudirektor Hebebrand sollte eine moderne Bürostadt im Grünen entstehen, beeinflusst von der „Charta von Athen“ (Le Corbusier 1933) unter dem Dogma „Licht, Luft, Sonne“ und der Funktionstrennung „Wohnen, Arbeiten, Erholung, Verkehr“.
Jahrzehnt: 1990-1999
Bezirk: Hamburg-Nord
Projekttext: Das Grundstück nördlich des Stadtparks ermöglichte eine neue dezentrale Geschäftsstadt als Entlastungszentrum, unter Erhalt der historischen Innenstadt und ohne die Stadtsilhouette beeinträchtigende Hochhäuser. Den Drohungen der Unternehmen, aus Hamburg wegzuziehen, war damit begegnet. Der Baubeginn der City Nord war im Jahr 1961. Die Bauherren waren verpflichtet Architektenwettbewerbe durchzuführen. Angestrebt war bestmögliche Qualität ohne zu enge Vorgaben. Die architektonische Gestaltungsfreiheit führte zu individuellen Solitärbauten, die auch der Selbstdarstellung der Firmen dienten. Es entstanden ikonische Bauten wie das HEW-Gebäude von Arne Jacobsen. In den 1990er Jahren erlebte die City Nord jedoch einen Imageverlust. Unternehmen strukturierten sich neu, verkleinerten sich, zogen an andere Standorte, auch war das Konzept der Großraumbüros überholt. Man kümmerte sich nicht um die Bausubstanz, es kam zu größeren Leerständen und Abrisspläne kursierten. Dieser Moment des Umbruchs, des Wandels, der Veränderung war Ausgangspunkt meiner Bildserie, die 1998/1999 entstand. Wie gehen wir mit diesem baulichen Erbe um? (Die Oberpostdirektion wurde bereits abgerissen, obwohl denkmalgeschütztes Paradebeispiel des Brutalismus)
Bild- und Urheberrecht:
Oliver Heissner
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