
Oliver Heissner
Hochbunker in Hamburg
In keiner anderen deutschen Stadt wurden während des zweiten Weltkriegs mehr Bunker gebaut. Neben einer großen Anzahl von Tief- und Röhrenbunkern (ca. 1000) wurden etwa 100 Hochbunker zwischen 1939 und 1945 oberirdisch errichtet.
Neuhöferstr. 15
Döhnerstr. 23
Heckscherstr. 8
Gertigstr. 64
Marckmannstr. 195
Marckmannstr. 2
Wendenstr. 339
Rossweg 20
Eggerstedtstr. 51
Feldstr. 1
Arnolds. 20
Heussweg 39
Barmbekerstr. 183
Fuhlsbütteler Str. 405
Weidenstieg 26
Hammer Deich 63
Wiesendamm 7
Stresowstr. 121
Heussweg 114
Bülowstr. 20
Kreuzbrook 28
Die Präsenz dieser Relikte aus dem 2.Weltkrieg im Stadtbild hat mich als Neu-Hamburger beeindruckt, besonders, weil diese stummen Zeugen des Nationalsozialismus meist wie selbstverständlich mitten in Wohngebieten stehen und diese zweifelhaften “Überlebensmodelle” zwischen Schutz und Bedrohung, Geborgenheit und Klaustrophobie die Umgebung stark prägen. Teilweise wurde zwar versucht, die Bunkerfassaden optisch zu verschönern, oft blieben sie aber als rohe Betonklötze stehen und veränderten sich nur etwas im Laufe der Jahre durch Witterungseinflüsse und Bewuchs. Einige Bunker standen einfach leer, manche wurden als Möbel- oder Getränkelager, als Band-Proberaum oder auch als Bar oder Restaurant genutzt.
Inzwischen sind zahlreiche der fotografierten Bunker abgerissen worden, um auf dem wertvollen Grund neue Wohn- oder Geschäftshäuser zu errichten. Einige Bunker wurden aber auch für Wohnzwecke entkernt, aufgestockt, oder für andere Zwecke umgenutzt, (z.B. “Grüner Bunker” Feldstraße oder “Energiebunker” Wilhelmsburg). In der heutigen geopolitischen Situation rücken Bunker wieder in den Fokus der politischen und gesellschaftlichen Aufmerksamkeit.






