
Oliver Heissner
Hochhäuser der Nachkriegsmoderne
Hamburg ist im Hinblick auf den Bau von Hochhäusern in den Nachkriegsjahrzehnten eher zurückhaltend gewesen. So entstanden nur wenige, eher vereinzelte Hochpunkte im innerstädtischen Gebiet. Die einstigen Renommierbauten und Symbole des Fortschritts wurden in den 1990er und 2000er Jahren Sorgenkinder der Eigentümer. Sie waren Energiekostenfresser, die Grundrisse für moderne Büronutzungen nicht passend geschnitten, die Bausubstanz war teils vernachlässigt worden.
IBM-Hochhaus,(1965-1967, Kallmorgen & Partner)
Hamburg-Süd, (1959-1964, Cäsar Pinnau)
Burmah-Haus (früher BAT-Haus, 1958/59, Hentrich & Petschnigg)
Hamburger Straße Iduna Hochhaus (1968-1970, Horstmann, Kruse, Wellhausen & Partner)
Deutsche Bank Hochhaus, “Kaiserhof” (1962/63, Hentrich & Petschnigg)
Palmaille 35 Wohnhochhaus
Radisson SAS Hochhaus (1970-1973, Schramm & Elingius mit Ernst May, Pempelfort)
Fruchtallee 83, Wohnhochhaus
Cityhof-Hochhäuser (1955-1958, Rudolf Klophaus)
Unilever-Hochhaus (1961-1963, Hentrich & Petschnigg)
Astra-Turm (1969/1970, Carl Friedrich Fischer und Horst von Bassewitz)
Euler-Hermes-Hochhaus (1977 bis 1981, Titus Felixmüller)
Mundsburg-Hochhäuser (1973-1977, Garten, Kahl und Bargholz, Schramm & Pempelfort)
AK Altona Hochhaus (1961-1970, Kallmorgen & Partner)
Die gestalterische Qualität der Hochhäuser und die städtebaulichen Präsenz haben manche Eigentümer und findige Projektentwickler erkannt. Andere, insbesondere öffentliche Bauten, deren Bausubstanz völlig vernachlässigt und nicht gepflegt wurde, liefen Gefahr abgerissen zu werden und vermeintlich “profitableren” Neubauten zu weichen. Wie schon in den Bildserien “Bunker” und “City Nord” hat mich auch hier dieser Zeitpunkt des “Unsicheren”, des “Übergangs” und damit verbunden die Frage des Umgangs mit diesen Bauwerken interessiert. Dafür wollte ich diese Zeitzeugen eines wichtigen Architekturstils mit fotografischen Mitteln dokumentieren und deren Besonderheit hervorheben. Daher sind sie betont trocken und puristisch interpretiert, die Baukörper teilweise frontal auf ihre schmale Fassade und damit zur reinen Fläche, also zur Zweidimensionalität reduziert. Die Struktur der Oberfläche wird mehr malerisches Mittel und weicht der realistischdreidimensionalen Wiedergabe, ohne aber Computer oder andere Hilfsmittel zu verwenden.






