
Valérie Wagner
Der leere Himmel
In ihrem Fotoprojekt „Der leere Himmel“ (2018 – 2023) nimmt Valérie Wagner ein hochaktuelles ökologisches Thema in den Fokus: den dramatischen Vogelschwund, der in den letzten 30 Jahren analog zum weltweiten Insektensterben verzeichnet wurde und das Aussterben zahlreicher Vogelarten markiert. Es geht der Fotografin darum, die Folgen des Vogelsterbens als gesellschaftsrelevantes Thema aufzuzeigen und den Einfluss des Menschen darauf sichtbar zu machen. Das freie Projekt besteht aus vier eigenständigen Serien, die jeweils einen anderen Aspekt des Themas beleuchten.
Eine Hauptursache für den Vogelschwund ist der fehlende Lebensraum für Vögel, sowohl auf dem Land als auch in den Städten. Im dritten Projektteil rückt Valérie Wagner diese Problematik in den Fokus: In 10 Diptychen thematisiert sie den fehlenden Lebensraum in der Stadt und stellt der menschlichen Perspektive die Vogelperspektive gegenüber. Die grafische Schönheit des kunstvollen Nestes vor hellem Himmel (die Perspektive des Menschen) steht in krassem Gegensatz zur Vogelperspektive, die die unwirtlichen Brutbedingungen im urbanen Kontext von Bebauung und Verkehr zeigt.
Neben den schwierigen Brutbedingungen wird auch deutlich, wie einige Vogelarten – vor allem Krähenarten und Tauben – ihr Überleben durch Anpassung zu sichern versuchen. Diese Fähigkeit zur Anpassung haben nur wenige Vogelarten. Aufgrund dessen nimmt das Ungleichgewicht zwischen den Arten stetig zu.
Alle Aufnahmen sind in den Wintern 2019/20 und 2020/21 in Hamburg entstanden.
Die Drohnenaufnahmen wurden von dem Fotografen Ulrich Mertens umgesetzt.






